Hören bereichert

Für unser Gehör sind wir selbst verantwortlich

Anders als Augen sind Ohren nicht in der Lage, sich selbst zu schützen. Wollen wir uns so lange als möglich auf sie verlassen, müssen wir uns entsprechend verhalten: Schutzmaßnahmen ergreifen und alles weitestgehend vermeiden, was unserem Gehör schaden könnte.

Diese einfache 4-Punkte-Liste hilft Ihnen, Ihr Gehör zu schützen:

Vermeidung von Lärm und Stress

Die Welt, in der wir leben ist schnell – und oft auch laut! Ob im Straßenverkehr, am Arbeitsplatz oder in der Freizeit, etwa, wenn wir ein Konzert besuchen oder Musik unter einem Kopfhörer hören: Unser Gehör ist immer in Gefahr. Denn bereits ab einer Lautstärke von 85 Dezibel (dB) drohen Hörschäden. Dabei ist es umso gefährlicher, je plötzlicher das Ohr mit einem lauten Geräusch konfrontiert wird. Bestes Beispiel: Silvester. Hier kann ein lauter Böller fatale Folgen haben. In jedem Fall ist es gut für unser Hörvermögen, wenn wir Lärm und Stress so gering als möglich halten.

Ruhe- und Entspannungsphasen

Natürlich ist es nahezu unmöglich, dem allgegenwärtigen Lärm und Stress auszuweichen. Gerade deshalb ist es umso wichtiger, sich und seinen Ohren Pausen zu gönnen – Phasen der Ruhe und Entspannung. Einfach mal „abschalten“: auf Handy, Musik und Fernsehen verzichten, nicht an Termine denken und eine Auszeit einlegen. Am besten in der Natur.

Tragen von Gehörschutz

Wie wichtig Gehörschutz ist, belegt auch die Tatsache, dass er am Arbeitsplatz ab 85 dB vorgeschrieben ist. Das Gesetz verlangt vom Arbeitgeber, dass entsprechende Schutztechnik zur Verfügung steht. Auch Musik kann diesen Lautstärkepegel teilweise weit überschreiten – auf Konzerten oder in Discos ebenso wie im privaten Umfeld, etwa unter einem Kopfhörer. Hier müssen wir den Schutz unseres Gehörs selbst in die Hand nehmen. Zur Auswahl stehen verschiedene Typen von Gehörschutz, in unterschiedlichen Dämmstufen.

  • In-Ear-Gehörschutz wird direkt ins Ohr eingeführt. Hierzu zählen beispielsweise Gehörschutzstöpsel, die entweder fertig geformt erworben werden können oder aber vor Gebrauch geformt werden müssen – und oftmals auch mehrmals verwendbar sind. Einen besonders individuellen Gehörschutz bieten die sogenannten Otoplastiken. Bei ihnen wird ein In-Ear-Schutz exakt an den Gehörgang angepasst. Otoplastiken werden aus pflegeleichtem Material gefertigt, mit einer Lebensdauer von vielen Jahren.
  • Beim On-Ear-Gehörschutz werden die Ohren umschlossen. Weit verbreitet ist der Kapselgehörschutz, der mit Bügeln gehalten wird. Sein Einsatz empfiehlt sich, wenn ein kurzzeitiger Schutz gegen Lärm erreicht werden soll oder wenn Gehörschutzstöpsel vom Anwender nicht vertragen werden. Eine weitere Variante ist der Bügelgehörschutz. Dieser ähnelt grundsätzlich den fertig geformten Gehörschutzstöpseln, ist allerdings zur einfacheren Handhabung an Bügeln befestigt, die meist im Nacken oder unter dem Kinn getragen werden.

Regelmäßige Hygiene

Was nur die Wenigsten wissen: Ohrenschmalz ist ein wichtiges und nützliches Körpersekret, denn es dient der Selbstreinigung der Ohren. Es fängt Schmutz auf und spielt eine wesentliche Rolle dabei, diesen nach außen zu transportieren. Zudem wirkt es antibakteriell, schützt vor Pilzinfektionen und pflegt den Gehörgang. Zuviel Ohrenschmalz hingegen kann zur Bildung eines Pfropfens im Gehörgang führen. Wollen wir ihn entfernen, müssen wir vorsichtig sein. Spitze Gegenstände wie Stifte oder gar Heftklammern sind daher unbedingt zu vermeiden, um eine Reizung des Trommelfells zu vermeiden – oder gar eine dauerhafte Schädigung des Gehörs. Auch Wattestäbchen sind nicht geeignet, da mit ihnen Ohrenschmalz tief in den Gehörgang hineingeschoben werden kann. Eine mögliche Folge: die Bildung von Pfropfen oder schmerzhafte Entzündungen am Ohr. Auch bei den sogenannten Ohrenkerzen ist Vorsicht angesagt: Mit ihnen wird zwar nicht im Ohr herumgestochert, allerdings lässt sich die Gefahr von Verbrennungen durch heißes Wachs niemals gänzlich ausschließen. Völlig ausreichend für eine regelmäßige Reinigung: Ohrenschmalz an der Ohrmuschel mit einem feuchten Tuch entfernen. Am besten unter Zuhilfenahme von lauwarmem Wasser, erwärmtem Olivenöl oder speziellen Ohrentropfen – um das Sekret aufzuweichen. Am besten ist es, man lässt übermäßig produziertes Ohrschmalz vom HNO-Arzt fachmännisch entfernen.

Sollten Sie von einer Hörminderung betroffen sein, zögern Sie nicht, sich über die vielfältigen Behandlungsmethoden zu informieren.

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