Leiden Zuckerkranke an einer Entzündung des äußeren Gehörgangs, kann die Erkrankung lebensbedrohlich sein.

Häufig beginnt sie mit einem Jucken im Ohr, Schmerzen und Rötungen: eine Entzündung des äußeren Gehörgangs (Otitis externa). Auslöser sind in der Regel Bakterien oder Pilze, die ins Innere des Ohrs gelangt sind. „Die Entzündung heilt oft nach einigen Tagen von allein ab oder verschwindet nach einer kurzen lokalen Behandlung mit Antibiotika. Bei Diabetikern und immunsupprimierten Personen kann die Otitis externa allerdings schnell zu einer Knochenmarkentzündung führen“, erklärt Dr. Frank Waldfahrer, Oberarzt der Hals-Nasen-Ohren-Klinik – Kopf- und Halschirurgie (Direktor: Prof. Dr. Dr. h. c. Heinrich Iro) des Universitätsklinikums Erlangen. „Vom Felsenbein aus, einem Teil des Schädels, breitet sich die Entzündung unter Umständen weiter aus: in die Hirnhaut, ins Gehirn oder ins Gleichgewichtsorgan.“ Gelangen die Erreger in die Blutbahn, können sie eine Sepsis auslösen – ein lebensbedrohlicher Zustand, bei dem unverzüglich gehandelt werden muss.

Die Symptome bei dieser gefährlichen Form der Ohrenentzündung, der Otitis externa necroticans, sind dann neben einer Rötung und Schmerzen des Ohrs etwa auch geschwollene Lymphknoten, Beschwerden im Kiefergelenk und Sekretausfluss aus dem Ohr. Warum betrifft die Erkrankung jedoch vor allem Diabetiker? „Besonders gefährdet sind zuckerkranke ältere Männer, die ihre Medikamente nicht regelmäßig einnehmen und deren Blutzuckerwerte nicht richtig eingestellt sind. Ihr Körper kann sich gegen die Keime nicht ausreichend wehren. Das Gleiche gilt für Menschen, die gesundheitsbedingt immunsupprimierende Präparate einnehmen“, verdeutlicht Frank Waldfahrer. Das Tückische: Die für die Entzündung ursächlichen Bakterien – in der Regel Pseudomonas aeruginosa – kommen auch bei den meisten Gesunden im Gehörgang vor. Durch Mikroverletzungen, die beispielsweise beim Reinigen des Ohrs mit Wattestäbchen entstehen können, oder durch vom Baden aufgeweichte Haut, wird „eine harmlose Besiedelung dann zu einer Invasion der Erreger“, so der HNO-Experte.

Risikopatienten können dem diabetischen Ohr also vorbeugen: indem sie in Badeseen nicht den Kopf untertauchen und nach dem Duschen, Schwimmen oder anderem Wassersport die Ohren sanft mit einem Handtuch trocken tupfen. „Dabei sollten Sie keinesfalls auf einen Fön zurückgreifen, denn die heiße Luft kann zu Verbrennungen im Ohr führen“, warnt Dr. Waldfahrer. Außerdem sollten Diabetiker regelmäßig zum Arzt, um die Einstellung ihrer Blutzuckerwerte überprüfen zu lassen. Egal, ob zuckerkrank oder nicht – wer Symptome an sich bemerkt, die auf eine Entzündung des Gehörgangs hindeuten, für den gilt: „Suchen Sie frühzeitig einen HNO-Spezialisten auf, damit eine Otitis behandelt werden kann, bevor sie ernsthafte Folgen für Sie hat“, sagt Frank Waldfahrer.

Weitere Informationen:

Dr. Frank Waldfahrer
Telefon.: 09131 85-33156
E-Mail: frank.waldfahrer@uk-erlangen.de

Internationaler Tag gegen den Lärm: Ein zu hoher Geräuschpegel schadet auf Dauer unserem Gehör

Was haben Konzertliebhaber und Musiker im Blasorchester gemeinsam? Und Motorradfahrer, Sportschützen und Forstarbeiter? Sie alle setzen sich, über kürzere oder längere Zeit, wissentlich Lärm aus. Der internationale Tag gegen den Lärm, der dieses Jahr am 28. April stattfindet, will weltweit auf die Auswirkungen von Lärm auf die Gesundheit aufmerksam machen. Denn: Schallpegel von rund 80 Dezibel (dB) oder mehr können bleibende Schäden am Innenohr hinterlassen, wie Prof. Dr. Dr. Ulrich Hoppe, Leiter des Cochlear-Implant-Centrums CICERO an der Hals-Nasen-Ohren-Klinik – Kopf- und Halschirurgie (Direktor: Prof. Dr. Dr. h. c. Heinrich Iro) des Universitätsklinikums Erlangen, erklärt: „Die Haarzellen in unserem Ohr bewegen sich durch die Schallwellen. Bei hoher Lautstärke schwingen die Härchen so stark, dass sie zerstört werden. Die Folge ist im schlimmsten Fall eine bleibende Hörschädigung.“

Entscheidend ist dabei allerdings nicht, ob wir die Lautstärke genießen, etwa beim Musizieren, oder ob wir die Geräusche als störend empfinden, beispielsweise bei einer vorbeifahrenden Straßenbahn. Die Wahrnehmung von „laut“ und „zu laut“ ist zudem sehr individuell und genetisch bedingt. In jedem Fall wirkt es sich auf das Hörvermögen aus, wenn wir uns regelmäßig Lautstärken über 80 dB aussetzen. Dabei gilt, ähnlich wie bei radioaktiver Strahlenbelastung: Dosis mal Zeit ergibt die ausschlaggebende Belastung. „Die maximal tolerierbare Zeit für 100 dB, das entspricht der Lautstärke in einer Disko, beträgt drei Stunden pro Woche, längere Aussetzungszeiten fügen unserem Gehör Schaden zu. Bei 110 dB – so laut ist in etwa ein Rockkonzert – beträgt diese Zeit sogar nur sieben Minuten pro Woche“, verdeutlicht der Hörexperte. Zum Vergleich: Ein Gespräch bewegt sich im Rahmen von ca. 50 bis 60 dB.

Warnhinweise des Körpers sollten keinesfalls ignoriert werden. Diese äußern sich auf vielfältige Weise: Eine zu hohe Schallexposition kann Ohrgeräusche (Tinnitus) hervorrufen, andere spüren dagegen nur ein Kitzeln im Ohr. Die Lärmeinwirkung kann aber auch zu einem dumpfen Hören führen. „Viele haben das sicherlich schon selbst erlebt, etwa nach einer längeren Autobahnfahrt oder einem Konzertbesuch. Auch Motorradfahrer kennen das ‚taube Gefühl‘ nach einer weiten Strecke sehr gut“, zählt Ulrich Hoppe auf. „Verändert sich das Hören plötzlich, treten also Ohrgeräusche oder ein dumpfes Hören auf, sollte unbedingt ein HNO-Arzt aufgesucht werden, um eine Hörschädigung auszuschließen. Dabei kann auch abgeklärt werden, ob ein Hörgerät erforderlich bzw. sinnvoll ist.“

Gehör gezielt schützen

Der Experte rät außerdem zur Prävention: „Professionelle Musiker wie Schlagzeuger, aber auch Konzertbesucher und Menschen, die beruflich ständig hohen Lärmpegeln ausgesetzt sind, sollten einen Gehörschutz tragen.“ Dazu zählen neben klassischen Schaumstoff-Ohrenstöpseln auch solche aus Wachs, individuell gefertigte Modelle aus Silikon oder Keramik und ein Kapselgehörschutz. Wichtig sind aber auch gezielte Lärmpausen: „Gönnen Sie Ihren Ohren eine Auszeit, in der Sie Umgebungsgeräusche wie Radio oder Fernseher gezielt eliminieren, anstatt die Geräte immer im Hintergrund laufen zu lassen“, so Prof. Hoppe. „Nicht nur das Gehör entspannt dabei, sondern gleichzeitig beugen Sie auch lärmbedingtem Stress und Konzentrationsstörungen vor.“

Musik im oder auf dem Ohr?

Manchmal finden wir eine Auszeit vom Alltag aber eben nicht in der Stille, sondern in der Musik – oft auch unterwegs mit Kopfhörern. Doch gibt es dabei Unterschiede für das Gehör? „Der am Ohr eintreffende Schallpegel ist das wesentliche Kriterium. Wenn ich mir einen Kopfhörer unmittelbar in den Gehörgang stecke, kann ich selbst mit sehr kleinen Hörern hohe Schallpegel erreichen“, gibt Ulrich Hoppe zu bedenken. „Studien konnten außerdem zeigen, dass Musik über Kopfhörer in der Regel lauter gestellt wird als über Lautsprecher.“ Die Art des Kopfhörers sei dabei eigentlich nicht so wichtig, so der Hörspezialist. „Das Problem bei Kopfhörern ist eher, dass die Lautstärke beispielsweise im Zug schon deutlich hochgedreht werden muss, um die Nebengeräusche zu unterdrücken. Daher sind On-Ear- bzw. Over-Ear-Kopfhörer – wenn sie denn Umgebungsgeräusche mithilfe von Noise Cancelling gezielt abschirmen – eher geeignet als solche, die direkt im Gehörgang sitzen.“

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Dr. Ulrich Hoppe
Telefon: 09131 85-32980
E-Mail: cicero@uk-erlangen.de

„Das Hörzentrum Nordbayern und das CICERO orientieren sich bei der Patientenversorgung immer an den aktuellen Empfehlungen der Fachgesellschaften, weil neueste Erkenntnisse und Erfahrungswerte von Expertengremien dabei helfen, Patienten individuell optimal zu behandeln. …

Die Maske abnehmen – das kann man in Zeiten der Corona-Pandemie überwiegend nur unter freiem Himmel und zu Hause. Doch was ist mit Hörgeschädigten, die auf das Lippenlesen angewiesen sind, um ihren Gesprächspartner zu verstehen? …

Wie bitte? Auf welchem Gleis fährt der Zug heute? Was hat der Hauptdarsteller der Serie gerade gesagt? Und wie war die Frage des Vereinskollegen? …

Im Flugzeug haben die Ohren durch den wechselnden Kabinendruck einiges zu tun. Darf man auch mit Erkältung fliegen? Ist Nasenspray ein Geheimtipp? Wann sollte ich zum Arzt?

Raus aus dem Regen, der Sonne entgegen! Doch wer vor dem Urlaub krank geworden ist, der macht sich auch Sorgen: Darf ich überhaupt fliegen, halten meine Ohren das aktuell aus? „Eine berechtigte Frage“, meint Prof. Dr. Joachim Hornung, leitender Oberarzt der Hals-Nasen-Ohren-Klinik – Kopf- und Halschirurgie (Direktor: Prof. Dr. Dr. h. c. Heinrich Iro) des Universitätsklinikums Erlangen. Der HNO-Arzt erklärt, welche Tricks es gibt, wenn der körpereigene Druckausgleich nicht mehr klappt, wann man lieber am Boden bleiben sollte, ob Kinderohren besonders empfindlich sind und welche Regeln für Taucher gelten.

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Aktion der Erlanger HNO-Klinik für Menschen, denen Hörgeräte keine ausreichende Hilfe bieten

Wir wollen andere Menschen verstehen, uns mit ihnen austauschen und diskutieren. Wir wollen hören, was um uns herum geschieht und auf diese Weise mit der Welt verbunden sein. Doch was, wenn unser Hörvermögen schwindet, und wenn selbst Hörgeräte keine ausreichende Hilfe bieten? Antworten auf diese Fragen bieten Fachärzte des Hörzentrums Nordbayern und der Hals-Nasen-Ohren-Klinik – Kopf- und Halschirurgie (Direktor: Prof. Dr. Dr. h. c. Heinrich Iro) des Universitätsklinikums Erlangen.

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Einladung zur Informationsveranstaltung des BayCIV am 29. Juni 2019 im Hörsaalzentrum des Uni-Klinikums Erlangen

Ohne den passenden Schlüssel kann ich nicht mal die eigene Wohnung betreten. Anders herum kann mich aber auch das Eingesperrt-Sein in den eigenen vier Wänden schwer belasten. Meinen Autoschlüssel übergebe ich nur jemandem, dem ich vertraue. Schlüssel sind wichtige Werkzeuge, die öffnen und schließen. Ich achte auf meine Schlüssel, denn sie ermöglichen mir ein selbstbestimmtes Leben in Freiheit und Eigenverantwortung.

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9. Erlanger Hörtag begeisterte rund 220 Besucher

Wer sein Gehör verliert, büßt nicht nur den Zugang zu Klängen und Geräuschen ein, sondern auch den Anschluss an das Sozialleben. „Wie bitte?“ wird zur häufigsten Frage vieler Betroffener und auch für die Angehörigen ist die Situation eine Herausforderung. Auf dem 9. Erlanger Hörtag informierten die Experten des Hörzentrums Nordbayern und des Cochlear-Implant-Centrums CICERO an der Hals-Nasen-Ohren-Klinik – Kopf- und Halschirurgie (Direktor: Prof. Dr. Dr. h. c. Heinrich Iro) des Universitätsklinikums Erlangen jetzt über Hörgerät, Cochlea-Implantat (CI) und Co. Auch einen Überraschungsgast gab es: Dr. Günther Beckstein, ehemaliger bayerischer Ministerpräsident und stolzer CI-Träger, ließ die Besucher an seiner persönlichen Hörgeschichte teilhaben.

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Am Samstag, den 20. Oktober 2018, steht Erlangen ganz im Zeichen von „Gutes Hören – Mitten im Leben!“.

Das Hören spielt eine große Rolle in der Wahrnehmung unserer Umwelt. Raschelnde Blätter, Motorengeräusche von fahrenden Autos, das Zwitschern von Vögeln: All das sind Signale, die unser Gehör aufnimmt und unser Gehirn analysiert. Ebenso nehmen wir die Stimmen unserer Mitmenschen auf und verstehen gesprochene Sprache. Voraussetzung hierfür ist ein gutes Gehör.  Unvermeidlich jedoch verschlechtert sich bei vielen Menschen mit zunehmendem Lebensalter das Gehör.

Eine Wiederherstellung des Gehörs ist meistens nicht möglich und man muss auf technische Lösungen ausweichen. Moderne Hörgeräte können hier eine wertvolle Hilfe sein. In manchen Fällen kommen auch Cochlea-Implantate oder implantierbare Hörgeräte infrage, um das Hören substantiell zu verbessern. Die optimale Therapie bei Schwerhörigkeiten zu finden und durchzuführen, ist das Ziel des 2017 gegründeten Hörzentrums Nordbayern. In Fachvorträgen und einer Ausstellung möchten wir an diesem Tag darüber informieren. Besonderer Schwerpunkt in diesem Jahr wird  die Vorstellung von Selbsthilfegruppen in der Region sein, um den Erfahrungsaustausch anzuregen.

Wir freuen uns, dass Herr Dr. Günther Beckstein, Bayer. Ministerpräsident a.D., auch in diesem Jahr die Schirmherrschaft des Erlanger Hörtages übernimmt und laden Sie herzlich zu dem 9. Erlanger Hörtag ein!

Informationsflyer