9. Erlanger Hörtag begeisterte rund 220 Besucher

Wer sein Gehör verliert, büßt nicht nur den Zugang zu Klängen und Geräuschen ein, sondern auch den Anschluss an das Sozialleben. „Wie bitte?“ wird zur häufigsten Frage vieler Betroffener und auch für die Angehörigen ist die Situation eine Herausforderung.

Am Samstag, den 20. Oktober 2018, steht Erlangen ganz im Zeichen von „Gutes Hören – Mitten im Leben!“.

Das Hören spielt eine große Rolle in der Wahrnehmung unserer Umwelt. Raschelnde Blätter, Motorengeräusche von fahrenden Autos, das Zwitschern von Vögeln: All das sind Signale, die unser Gehör aufnimmt und unser Gehirn analysiert. Ebenso nehmen wir die Stimmen unserer Mitmenschen auf und verstehen gesprochene Sprache. Voraussetzung hierfür ist ein gutes Gehör.  Unvermeidlich jedoch verschlechtert sich bei vielen Menschen mit zunehmendem Lebensalter das Gehör.

Eine Wiederherstellung des Gehörs ist meistens nicht möglich und man muss auf technische Lösungen ausweichen. Moderne Hörgeräte können hier eine wertvolle Hilfe sein. In manchen Fällen kommen auch Cochlea-Implantate oder implantierbare Hörgeräte infrage, um das Hören substantiell zu verbessern. Die optimale Therapie bei Schwerhörigkeiten zu finden und durchzuführen, ist das Ziel des 2017 gegründeten Hörzentrums Nordbayern. In Fachvorträgen und einer Ausstellung möchten wir an diesem Tag darüber informieren. Besonderer Schwerpunkt in diesem Jahr wird  die Vorstellung von Selbsthilfegruppen in der Region sein, um den Erfahrungsaustausch anzuregen.

Wir freuen uns, dass Herr Dr. Günther Beckstein, Bayer. Ministerpräsident a.D., auch in diesem Jahr die Schirmherrschaft des Erlanger Hörtages übernimmt und laden Sie herzlich zu dem 9. Erlanger Hörtag ein!

Informationsflyer

Das Untersuchungsverfahren mittels Magnetresonanztomografie (MRT) ist ein fester Bestandteil im klinischen Alltag. Diese bildgebende Technik wird im Rahmen der Voruntersuchung der Cochlea-Implantat (CI) Indikationen durchgeführt, um die neuroanatomischen Gegebenheiten des Hörsystems für die CI-Operation abzubilden. Aber auch nach einer CI-Versorgung kann diese Technik zur Diagnosestellung von beispielsweise Wirbelsäulenerkrankungen, Verletzungen der Extremitäten oder der Verlaufskontrolle eines Akustikusneurinoms zum Einsatz kommen. Daher steigt die  Wahrscheinlichkeit für CI-Träger, im weiteren Verlauf ihres Lebens eine (weitere) MRT-Untersuchung zu benötigen.

Da bei dieser Untersuchung starke magnetische Kräfte auf den Patienten und das implantierte CI-System einwirken, ist aus mehreren Gründen Vorsicht geboten. Je nach Diagnosestellung und Cochlea-Implantat-Typ müssen daher bestimmte Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. Welche Unterschiede es bei den verschieden CI-Herstellern und Implantat-Typen gibt, oder ob eine MRT-Untersuchung gar kontraindiziert ist, soll im Rahmen eines Vortrags am CI-Tag 2018 erläutert werden.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

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Am Samstag, den 11. November 2017, steht Erlangen ganz im Zeichen von „Gutes Hören in jedem Alter“. Unter diesem Motto laden die HNO-Klinik des Universitätsklinikums Erlangen, das Cochlea-Implant-Centrum CICERO sowie der Verein „Hören Schenken e. V.“ zum mittlerweile 8. Erlanger Hörtag ein. Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Günther Beckstein, der selbst ein Cochlea-Implantat trägt.

In diesem Video finden Sie weitere Informationen über die Cochlea-Implantat-Versorgung:

Finden sie hier einen Informationsvideo über die Cochlea-Implantat Versorgung in Erlangen.

Über 80 Teilnehmer beim 1. Bayreuther Hörtag der HNO-Klinik Erlangen – Bedarf an Aufklärung auch in Oberfranken groß – Erfahrungsbericht von Dr. Günther Beckstein – Professor Dr. Dr. Ulrich Hoppe: „Viele Betroffenen wissen nicht, welche medizinischen Möglichkeiten ihnen zur Verfügung stehen“

Das Rauschen der Blätter, das Summen der Bienen, das Plätschern des Baches – für immer mehr Menschen ist die Wahrnehmung dieser kleinen Geräusche keine Selbstverständlichkeit mehr. Auch im Alltag finden sich Menschen mit Schwerhörigkeit immer schlechter zurecht und fühlen sich – trotz Hörgerät – oft von gesellschaftlichen Vorgängen isoliert. Fakt ist: Die Zahl der zum Teil hochgradig schwerhörigen Menschen in Deutschland steigt weiter. Genauso der Bedarf an Aufklärung. Grund genug für die HNO-Klinik, Kopf- und Halschirurgie des Universitätsklinikums Erlangen, das Cochlear-Implant-Centrum CICERO und den Verein „Hören schenken e. V.“ ihre Expertise gemeinsam unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident a. D. Dr. Günther Beckstein aktiv auch außerhalb Erlangens weiterzugeben.

„Hilfe bei Schwerhörigkeit“ – unter diesem Leitspruch informierten die Veranstalter des 1. Bayreuther Hörtags im ARVENA KONGRESS Hotel in Fachvorträgen und Erfahrungsberichten Betroffene, Angehörige und Interessierte über die Chancen einer Versorgung mit CI oder Hörgerät. Sie ermöglichten zudem den Austausch mit anderen Betroffenen. „Viele unter Schwerhörigkeit leidende Menschen wissen nicht, welche medizinischen Möglichkeiten ihnen zur Verfügung stehen, die sowohl das Hörvermögen als auch das Sprachverstehen verbessern und damit auch die Lebensqualität steigern können“, erläuterte Professor Dr. Dr. Ulrich Hoppe, Leiter des CICERO. Für Professor Dr. Dr. Heinrich Iro, Direktor der HNO-Klinik in Erlangen, ist es eine essentielle Aufgabe seiner Klinik, Fachwissen umfassend weiterzugeben: „Natürlich ist es am Ende nicht die Technik, sondern der Patient, der hier Behandlungswege vorgibt. Wir können ihm die Hilfestellung anbieten, sich im Austausch mit Ärzten und anderen Betroffenen zu informieren und herauszufinden, welche Behandlungsmethode für ihn infrage kommen könnte.“ Die Chance, fundiert mehr über die Versorgungsmethode CI zu erfahren, nahmen in Bayreuth über 80 Menschen wahr. In einem HÖRMobil des Deutschen Schwerhörigenbundes e.V. (DSB) konnten vor Ort direkt orientierende Hörprüfungen durchgeführt werden.

In Erlangen ist der Hörtag bereits eine feste Institution. In diesem Jahr geht er in der Hugenottenstadt in die achte Runde. 2016 besuchten über 200 Menschen die Informationsveranstaltung der HNO-Klinik Erlangen.

Viel Eigeninitiative und Ausdauer

In Fachvorträgen beantworteten die Experten aus Erlangen zentrale medizinische Fragen: Welche Möglichkeiten gibt es, wenn Hörgeräte nicht mehr helfen? Welche Voraussetzungen brauchen Patienten für ein CI? Informationen aus erster Hand gab es auch zu den aktuellsten CI-Operationsmethoden, die immer weniger invasiv und somit patientenfreundlicher werden. Mit der OP allein sei es jedoch nicht getan. Besonders die Nachsorge spiele eine wichtige Rolle bei der erfolgreichen Gewöhnung an ein CI.

Nur sie führten im Verbund mit Maßnahmen aus Hörtherapie und technischer Anpassung langfristig zum Erfolg, betonte Professor Dr. Dr. Ulrich Hoppe auch in seinem Vortrag. „Unsere Patienten müssen auch immer ein hohes Maß an Eigeninitiative und Ausdauer an den Tag legen. Sie müssen das Hören und Sprachverstehen nach der OP erst wieder erlernen und richtig trainieren. Nur dann stellt sich ein echter Hörerfolg ein. Bei jedem gestaltet sich dieser Weg anders.“ Dass sich dieser Einsatz lohnt, zeigte an diesem Tag der ehemalige Bayerische Ministerpräsident Dr. Günther Beckstein, selbst CITräger, höchstpersönlich. In seinem Gastvortrag „Hören mit Hörgerät und CI“ skizzierte er seinen Weg zum und mit dem CI und versicherte: „Mein Cochlea-Implantat hat mir meine Lebensqualität wiedergebracht.“

Die Hals-Nasen-Ohren Klinik – Kopf- und Halschirurgie ist eine Klinik des Universitätsklinikums Erlangen (Friedrich- Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg). Die Klinik unter Direktion von Prof. Dr. Dr. h.c. Heinrich Iro gehört zu den größten HNO-Kliniken Deutschlands. Im Jahr 2016 wurden 5.471 Patienten stationär behandelt, hinzu kamen 39.753 ambulante Fälle. Die Klinik verfügt über 80 Planbetten in soeben modernisierter, komfortabler Ausstattung, 6 Operationssäle, eine eigene 5-Betten-Intensivstation und eine Hochschulambulanz. Die HNO-Klinik bietet das gesamte diagnostische, konservativ therapeutische und operative Spektrum der HNO Heilkunde und der Kopf-Hals-Chirurgie an. Schwerpunkte sind: Schädelbasis-Chirurgie, implantierbare Hörgeräte, Mittelohr-Operationen, plastische und ästhetische Operationen, Nasennebenhöhlen-Chirurgie, Tumortherapie, Allergologie. Die Klinik verfügt außerdem über besondere Expertise bei der Behandlung von Tinnitus und Schwindel. Sie unterhält zudem ein Speicheldrüsenzentrum und ein Schlaflabor. Das Cochlear-Implant-Centrum CICERO der HNOKlink ist eines der größten in Deutschland. Hier werden über 1.200 Patienten versorgt.
Ansprechpartner für die Redaktionen:

Hals-Nasen-Ohren-Klinik – Kopf- und Halschirurgie
Cochlear-Implant-Centrum CICERO
Prof. Dr.-Ing. Dr. rer. med. Ulrich Hoppe
Waldstraße 1
91052 Erlangen
Telefon: +49 (0) 9131 85-32980
E-Mail: ulrich.hoppeatuk-erlangen.de
www.cicero-erlangen.de

Welche besondere Förderung braucht ein Cochlea-Implantat-versorgtes Kind? Welche Entwicklung ist altersgemäß? Und wie kann ich die Hörsprachentwicklung gezielt fördern? Fragen wie diese wurden bei der CICERO-Fortbildungsveranstaltung beantwortet, die am 20. und 21. Oktober stattfand. Gemeinsam mit dem Verein „Hören Schenken“ wurde dieser zweitägige Kurs angeboten.

Die Cochlea-Implantation ist bei hochgradig schwerhörigen und gehörlosen Kindern heutzutage eine etablierte Versorgung. Die an die Operation anschließende regelmäßige intensive Nachsorge und Förderung ist dabei entscheidend für die Entwicklung des CI-versorgten Kindes und bezieht verschiedene Fachdisziplinen und Fördereinrichtungen mit ein. Dieses Fortbildungsangebot richtete sich daher an alle Fachpersonen, die mit CI-versorgten Kindern arbeiten.

In der Veranstaltung wurden Basisinformationen und Rahmenbedingungen der CI-Versorgung und CI-Technik vermittelt. Ebenso wurden die Besonderheiten der Hör- und Sprachentwicklung mit CI, deren Einflussfaktoren und Evaluierung bei CI-Kindern vorgestellt. Weitere Vorträge behandelten die Themen „Förderung und Therapie“.

Dabei wurden nicht nur die wesentlichen Aspekte der hörgerichteten Sprachtherapie vorgestellt, sondern auch weitere entwicklungsrelevante Faktoren und deren Einbindung in die Therapie mit CI-versorgten Kindern diskutiert. Als zentrale Themen wurden hier Musik, sensomotorische Förderung und Elternarbeit vorgestellt.
Für eine möglichst optimale Entwicklung bei sehr jungen CI-Kindern ist zudem die interdisziplinäre Frühförderung von hoher Bedeutung. Daher wurde auch ein Einblick in die hörspezifische Arbeit der Frühförderstelle in Nürnberg gegeben. Aufgrund der guten Resonanz ist eine Wiederholung des Kurses im nächsten Jahr beabsichtigt.